7/15/2017

No secrets! - Bilder der Überwachung




Münchner Stadtmuseum

No secrets! - Bilder der Überwachung
24.März - 16.Juli 2017



Panopticon, 2015
Video, Full HD, 01:50 min


Der britische Philosoph Jeremy Bentham prägte im 18. Jahrhundert das Konzept eines Rundbaus, der die Überwachung vieler Menschen von einem einzigen Standpunkt aus möglich machte: das Panopticon. Dieses Gebäude sollte die gleichzeitige Überwachung von Gefängnisinsassen oder Fabrikarbeitern durch einen einzigen Aufseher ermöglichen. Während dieser den totalen Überblick bewahrt, wissen die Kontrollierten nicht, ob sie gerade gesehen werden. Die Wirkmacht des Panopticons beruht auf dem Bewusstsein, stets unter potentieller Beobachtung zu stehen.
Die aus Korea stammende Video-Künstlerin Hyojoo Jang findet Parallelen zwischen diesem "idealen Gefängnis" und ihrem digitalen Panopticon. Denn während es beim Bentham-Modell nur einen Aufseher gibt, findet sich heute in den sozialen Netzwerken ein multiples Verhältnis von Beobachtern und Beobachteten vor. Die Nutzer Können sich gegenseitig beobachten beziehungsweise beobachtet werden, ohne etwas davon zu bemerken. Es ist allerdings immer nur ein Teil der Inhalte sichtbar. Der Blick auf das gesamte "Bild" bleibt dem Betreiber vorbehalten, der Zugang zu allen unübersehbaren Daten hat. DIe Aktivitäten, die die Internetunternehmen im Hinblick auf die Speicherung, Weitergabe und Verknüpfung von Daten unternehmen, bleiben im Verborgenen.

Text: Josepha Brich